Das grundlegende Prinzip der Homöopathie lautet „similia similibus curentur“ – Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.
Gemeint ist damit: Eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorrufen kann, kann in potenzierter Form bei einem Kranken eingesetzt werden, wenn dessen Beschwerden ein ähnliches Muster zeigen.
Ein klassisches Beispiel ist die Pflanze Belladonna (Tollkirsche). In entsprechender Dosis kann sie beim Gesunden Symptome hervorrufen wie plötzliches Fieber, Hitzegefühl, gerötetes Gesicht oder starke Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Zeigt ein Kranker ein ähnliches Gesamtbild, kann Belladonna – in homöopathischer Form – als Arzneimittel gewählt werden. Die Grundlage für diese Zuordnung sind sogenannte Arzneimittelprüfungen. Dabei wird beobachtet, welche Symptome eine Substanz bei gesunden Menschen hervorruft. Diese Symptome bilden die Grundlage für die Anwendung beim Kranken.
Herstellung homöopathischer Arzneimittel
Homöopathische Arzneimittel werden hauptsächlich aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ausgangsstoffen hergestellt.
Der Herstellungsprozess besteht aus zwei Schritten:
- schrittweiser Verdünnung in festgelegten Stufen
- kräftigem Verschütteln oder Verreiben
Dieser Prozess wird Potenzierung genannt. Bei D-Potenzen erfolgt die Verdünnung im Verhältnis 1:10, bei C-Potenzen im Verhältnis 1:100 pro Schritt. Aus einer Urtinktur entstehen so Stufen wie D6, D12 oder C30. Eine weitere Form der Potenzierung sind die Q- oder LM-Potenzen mit Verdünnungsschritten im Verhältnis 1:50.000.
Mit zunehmender Potenzierung nimmt der materielle Anteil der ursprünglichen Substanz ab. Die zusammenhängenden Wirkungen der Arznei werden mit diesem Verfahren erschlossen – so entstehen gut verträgliche und sanft wirkende Mittel. Homöopathie versteht Arzneimittel nicht primär als chemisch wirkende Substanzen, sondern als regulatorischen Impuls, der dem Organismus hilft, ein festgefahrenes Krankheitsmuster zu überwinden. Aus dieser Sicht zeigt sich eine Besonderheit der Methode: In der Homöopathie werden Beschwerden nicht einzeln – etwa als Husten oder Rheuma – isoliert behandelt, sondern immer im Zusammenhang mit dem gesamten Zustand des Menschen betrachtet.
