Die Naturheilkunde hat ihre Wurzeln in der europäischen Medizingeschichte und wurde insbesondere im 19. und frühen 20. Jahrhundert systematisch weiterentwickelt. Charakteristisch ist die Arbeit mit natürlichen Reizen und Lebensstilfaktoren, die gezielt eingesetzt werden, um Anpassungs- und Regulationsprozesse im Körper anzusprechen.
Zu den klassischen Bereichen der Naturheilkunde gehören unter anderem:
- Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)
- Ernährung und Fasten
- Bewegungstherapie
- Hydro- und Thermotherapie (z. B. Wasser- und Wärmeanwendungen)
- Ordnungstherapie, also die Gestaltung von Lebensrhythmus, Schlaf, Belastung und Erholung
Diese Verfahren werden in der Praxis selten isoliert angewendet. Häufig entsteht ein Behandlungskonzept, das mehrere dieser Ansätze miteinander verbindet und sich an Beschwerden, Lebenssituation und individuellen Belastungsmustern orientiert.
Ein wichtiger Teil der Naturheilkunde ist die Phytotherapie, also die medizinische Anwendung von Arzneipflanzen. Pflanzliche Arzneimittel – sogenannte Phytopharmaka – werden aus Pflanzen oder Pflanzenteilen hergestellt, etwa in Form von Extrakten, Tinkturen oder Presssäften. Sie unterliegen in Deutschland den gleichen arzneimittelrechtlichen Anforderungen an Qualität und Sicherheit wie andere Medikamente.
