TCM basiert auf einem über Jahrhunderte entwickelten medizinischen Modell, das zentrale Prinzipien wie Yin und Yang, Qi, die Leitbahnen (Meridiane) sowie die fünf Wandlungsphasen beschreibt.
Yin und Yang stehen für komplementäre Kräfte im Organismus, etwa Ruhe und Aktivität, Substanz und Funktion. Gesundheit wird als dynamisches Gleichgewicht dieser Kräfte verstanden. Qi beschreibt in diesem System die vitale Dynamik, die körperliche Prozesse trägt und koordiniert. Die Meridiane gelten als funktionelles Netzwerk, über das diese Prozesse im Körper miteinander verbunden sind.
Ein weiteres Strukturmodell sind die fünf Wandlungsphasen. Sie ordnen natürliche Zyklen und Funktionszusammenhänge – etwa zwischen Organen, Emotionen, Jahreszeiten oder Lebensphasen – und helfen, Veränderungen im Organismus zu verstehen.
Auf dieser Grundlage entwickelt die TCM eine eigene Form der Diagnostik. Statt nur eine medizinische Diagnose zu behandeln, versucht sie das individuelle Muster der Beschwerden zu erkennen – also die spezifische Kombination aus Symptomen, Konstitution, Verlauf und Auslösern. Deshalb können zwei Menschen mit derselben Diagnose aus Sicht der TCM unterschiedliche Behandlungen erhalten.
Therapeutisch arbeitet die TCM traditionell mit mehreren Säulen:
- Akupunktur
- Chinesische Arzneitherapie (pflanzliche und mineralische Arzneien)
- Ernährungstherapie
- Tuina (manuelle Therapie)
- Qi Gong (Bewegungs- und Atemübungen)
In der Praxis werden diese Methoden häufig kombiniert.
